Montag, 8. September 2008

Rauchfrei und trotzdem schlank!


So lässt sich eine Gewichtszunahme vermeiden, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören:

Machen Sie sich klar, was dann im Körper passiert:

wenn sie aufhören zu rauchen nehmen vierzig Prozent der Raucherinnen und Raucher vorübergehend zu (im Schnitt etwa 3 Kilogramm). Gewichtszunahmen dieser Größenordnung stellen im Vergleich zu den drohenden Gesundheitsschäden und dem wahrscheinlichen, früheren Tod durch Weiterrauchen einen zu vernachlässigenden Risikofaktor dar.

Die vermehrte Aufnahme von Kalorien und der Wegfall von Nikotin als Kalorien verbrennende Substanz sind für den zu beobachtenden Gewichtsanstieg verantwortlich.

Fallen Sie nicht einem Vorurteil zum Opfer: Rauchen macht definitiv nicht schlank. Bei 4000 untersuchten Personen binnen sieben Jahren gab es keine Anzeichen für einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Abnehmen.

Was können Sie konkret gegen eine Gewichtszunahme tun, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören? Sie sollten nicht nur darauf achten, dass Sie nicht mehr Kalorien zu sich nehmen. Zusätzlich müssen Sie diese 200 Kilokalorien, die Sie ohne Nikotin weniger verbrennen, auf anderem Wege verbrennen. Kurbeln sie Ihren Stoffwechsel durch Treppen steigen statt Aufzug zu fahren an. Gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad zum Bäcker. Machen Sie Spaziergänge von 20 Minuten und bei jeder Werbepause im Fernsehen machen Sie zehn Kniebeugen. Schleppen Sie Ihren Mann zum Tanzen mit oder suchen Sie sich einen Partner mit dem Sie (nur) Tanzen gehen.

Auch medikamentöse Entwöhnungshilfen (Nikotinpflaster oder -kaugummi in der früheren Raucherpause um den Mund zu beschäftigen) können helfen. Diese Nikotinersatztherapie hat die erwünschte Nebenwirkung, dass eine eventuelle Gewichtszunahme verzögert oder ganz verhindert wird.

Samstag, 6. September 2008

Entwicklung der Hypnose in der Welt 6


Moderne Anwendungen

Bedingt durch die Verwundeten des Ersten Weltkriegs setzte eine Entwicklung ein, Hypnose zur Behebung von Verletzungen, Schmerzen und Funktionsstörungen des Körpers, von Vergessen und Neurosen zu verwenden. Seit etwa 1950 gewinnt die Hypnose zunehmend an öffentlicher Bedeutung, indem sie bei Verhaltensproblemen, Neurosen und psychosomatischen Erkrankungen und in der Medizin erfolgreich angewendet wird.

Einen wesentlichen Anteil hieran hatte der amerikanische Arzt Milton H. Erickson (1901-1980), der eine große Vielfalt von hypnotischen und damit verknüpften allgemeinen psychotherapeutischen Vorgehensweisen in den unterschiedlichsten klinischen Bereichen einführte. Erickson gründete die American Society of Clinical Hypnosis (ASCH) und das international führende Journal auf diesem Gebiet (American Journal of Clinical Hypnosis). Die von ihm entwickelte Hypnotherapie ist in vielen auch in Deutsch erschienen Büchern beschrieben. Diese durch Erickson eingeleitete Erneuerung könnte man als fünfte Ära der Hypnotherapie bezeichnen.

Wie aus dem kurzen Abriss deutlich wird, sind die Bemühungen um eine wissenschaftliche Fundierung der Hypnose in Europa über 200 Jahre alt. Die Grundlagenforschung wie auch der Ausbau als klinisches Heilverfahren ist in den letzten Jahrzehnten jedoch verstärkt in den angloamerikanischen Ländern vorangetrieben worden. Die Ergebnisse werden jetzt zunehmend in Europa wahrgenommen und verwirklicht. Wesentlichen Anteil daran haben unter anderen Prof. Dr. Dirk Revenstorf, Dipl.-Psych. Uni Tübingen, und Prof. Dr. Walter Bongartz, Dipl.-Psych., Uni Konstanz.

Donnerstag, 4. September 2008

Entwicklung der Hypnose in der Welt 5


Hypnoseforschung


Seit den dreißiger Jahren entwickelte sich an den Universitäten eine experimentelle Hypnoseforschung, die sich mit der Standardisierung der Phänomene und der Erfassung der Suggestibilität durch psychologische Tests befasst. In neuerer Zeit sind besonders die Notwendigkeit formeller Einleitung und die spezifische Qualität des durch Hypnose herbeigeführten Zustandes durch Autoren wie Sarbin, Barber und Spanos experimentell untersucht worden. Diese Autoren betonen den sozialpsychologischen Aspekt der Kooperation zwischen Hypnotisand und Hypnotiseur bei den hypnotischen Phänomenen. Autoren wie Hilgard oder Orne dagegen versuchen, die These vom hypnotischen Sonderzustand experimentell zu stützen.

Montag, 1. September 2008

Entwicklung der Hypnose in der Welt 4


Die vierte Ära


In der vierten Ära seit Ende des vorletztes Jahrhunderts wurde die Hypnose von Liébault (1823-1904) und Bernheim (1840-1919) in Nancy als normal psychologisches Phänomen erkannt, das auf Suggestion beruht. Daran knüpft die heutige Auffassung der Hypnose an: Voraussetzung ist die Fähigkeit des Individuums, die Fremdsuggestionen in Autosuggestionen und lebhafte Vorstellung umzusetzen (Bernheim, 1888). Diese Interpretation der Hypnose als im wesentlichen innerpsychisches Geschehen steht im Gegensatz zur älteren Auffassung von einer heteronomen Einwirkung spiritueller (Antike), magnetischer (Mesmer) oder psychologischer Natur.

Die Tradition der beiden französischen Schulen (Charcot in Paris und Bernheim in Nancy) wurde im deutschsprachigen Raum von zahlreichen bekannten Psychiatern und Neurologen weitergeführt. In Zürich von Forel und dessen Nachfolger Bleuler, von Benedikt und seinen Nachfolgern Krafft-Ebing in Wien; in Jena von Heidenheim , dessen Schüler Pavlow (1849-1936) und Vogt waren. Vogt gründete später in Berlin ein eigenes Institut, und führte unter anderem die Fraktionierungstechnik ein. Dr. Sigmund Freud (1856-1939) interessierte sich zunächst sowohl für die Auffassung von Charcot wie die von Bernheim, verwarf die Hypnose später jedoch, weil er sie nicht für zuverlässig genug hielt und hat so vermutlich zum Rückgang dieses Verfahrens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beigetragen. Sie lebte als Heilverfahren in der reduzierten Form des autogenen Trainings (Schultz, 1932) als Selbsthypnose mit formelhaftem Inhalt, und als gestufte Aktivhypnose weiter (Kretschmer, 1946).

Sonntag, 31. August 2008

Entwicklung der Hypnose in der Welt 3


Die dritte Ära


Seit der Mitte des vorletzten Jahrhunderts wird in der dritten Hypnose-Ära die Annahme einer Kraft fallen gelassen, die außerhalb des Patienten zu suchen sei. Dennoch wurde die Hypnose - so benannt von dem englischen Augenarzt Braid (1795-1860) - als abnormes Phänomen betrachtet. Braid geht von körperlichen Veränderungen aus, die er zunächst als Schlaf beschrieb (Hypnose, nach Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes), der durch die Monotonie der Fixation herbeigeführt wird (1843). Von englischen und schottischen Ärzten wird die Hypnose in dieser Zeit erfolgreich zur Analgesie bei chirurgischen Eingriffen eingesetzt. Esdaile beschrieb über 300 schmerzfrei durchgeführte und gut verheilende Amputationen unter Hypnose (1851).

Die analgetische (den Schmerz ausschaltende) Verwendung der Hypnose verschwand weitgehend mit der Einführung der Betäubungsmittel Äther, Chloroform und Lachgas um 1850. Von dem Neurologen Charcot und seinen Schülern, Janet und Freud, wurde sie Ende des Jahrhunderts als psychiatrisches Phänomen wieder aufgegriffen. Charcot etwa betrachtete den hypnotischen Zustand als künstlich herbeigeführte Neurose.

Freitag, 29. August 2008

Entwicklung der Hypnose in der Welt 2


Die zweite Ära

Erst mit dem Aufklärer Dr. med. Franz Anton Mesmer (1734-1815) wird die Hypnose endgültig des mystisch-religiösen Charakters entkleidet, indem Mesmer die exorzistischen Heilungen des Paters Gassner als natürlich erklärt. Damit setzt die zweite Ära der Hypnose ein, in der sie nicht mehr als spirituelle, sondern als natürliche Kraft gedeutet, aber außerhalb des Menschen lokalisiert wird. Seit der Zeit des Paracelsus (1493-1541) sind Kuren körperlicher Leiden durch Handauflegen oder ähnliche Behandlungstechniken (Streichungen, Passes) schon als Magnetisierung gedeutet worden, die Mesmer später als animalisch - wir würden heute menschlich sagen - statt mineralisch charakterisierte. Mesmers Versuch der wissenschaftlichen Anerkennung der Hypnose durch die Akademie der Wissenschaften in Paris (1784) misslang. Seine hypnotischen Kuren hatten das Aussehen hysterischer Krisen (Mesmer, 1781). Er führte seine Behandlungen oft als Gruppensitzungen durch und kann von daher als erster Gruppenpsychotherapeut angesehen werden.

Mittwoch, 27. August 2008

Entwicklung der Hypnose in der Welt 1


Die wissenschaftliche Entwicklung der Hypnose und deren Anwendung in Europa, insbesondere in den deutschsprachigen Ländern, gelangte lange nicht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Das hat historische Gründe, ist aber bedauerlich, da die Hypnose in Europa als modernes medizinisches und psychotherapeutisches Heilverfahren entwickelt wurde.

Die erste Ära
Als erste Ära der Hypnose dürfen die alten hinduistischen Meditationspraktiken der Fakire und Yogis gelten. Sie können bis ins zweite vorchristliche Jahrtausend datiert werden. Das heute verbreitete Yoga hat in der Einleitung und dem Zielzustand des ungetrübten Bewusstseins (eine Form der Trance) starke Ähnlichkeit mit der hypnotischen Trance.
Aus dem antiken Ägypten gilt ein Papyrus von circa 1500 vor Christus als ältestes schriftliches Zeugnis für einen Hypnosetext zur Einleitung eines Trancezustands. Der Tempelschlaf aus Ägypten (Isis und Serapis Kulte) und Griechenland (Asklepios-Kult) wurde als rituelle Einleitung einer Geistheilung oder Weissagung benützt (etwa 500 vor Christus).
Die keltischen Druiden im ersten vorchristlichen Jahrtausend verwendeten reimende Gesänge, um Medien, hier sind gut hypnotisierbare Personen gemeint, in einen Schlaf mit hellseherischen Träumen zu versetzen. Mittels Handauflegen, das schon im alten Testament bei König David vorkommt, heilten Jesus und seine Jünger häufig mit Hilfe eines starren Blickes (Petrus, Paulus).
Ähnlich verfuhren im Mittelalter viele kirchliche Würdenträger und weltliche Fürsten zum Teil in Massenzeremonien. Häufig spielten bei den Vorläufern der Hypnose bestimmte Körperhaltungen (liegend, knieend, Lotussitz und andere) und zeremonielle Anweisungen eine Rolle. Seit der Antike bis ins Mittelalter wurde die heilende Wirkung der hypnoseähnlichen Anwendungen im Allgemeinen einer übermenschlichen Kraft zugeschrieben (zum Beispiel bestimmten Halbgöttern oder Göttern), meist vermittelt durch menschliche Medien.
Aus dieser langen Tradition hypnotischer Praktiken wird klar, dass es schon immer Riten gegeben hat, die Menschen in die Lage versetzten, innerhalb körperlicher Grenzen, psychologische Grenzen des Denkens und körperlicher Reaktionen zu überschreiten. Glaubenssätze oder gesellschaftliche Normen bestimmen häufig solche psychologischen Grenzen.